Aus Trümmern wieder auferstanden – die Dresdner Frauenkirche

Über 200 Jahre lang symbolisierte die Frauenkirche den Glauben und das Selbstbewusstsein der Dresdner Bürgerschaft. Nach der Zerstörung im 2. Weltkrieg schlummerte sie viele Jahre als Ruine im Dornröschenschlaf.

Die Trümmer mahnten den Schrecken des Krieges, hielten aber auch die Erinnerung an den bedeutendsten barocken Kirchenbau Europas wach. Nach der deutschen Wiedervereinigung begann eine Bürgerinitiative um den bekannten Trompeter Prof. Ludwig Güttler den Wiederaufbau zu fordern. Die Euphorie der Initiatoren und die positive Resonanz aus der ganzen Welt auf den “Ruf aus Dresden” waren überaus ansteckend. 

So wurde der Wiederaufbau mit folgender Bestimmung beschlossen: Finanzierung fast ausschließlich aus Spendengeldern, archäologische Enttrümmerung und originalgetreuer Wiederaufbau unter Verwendung der geborgenen Steine bis zum 800jährigen Stadtjubiläum Dresdens im Jahr 2006.

Für den Wiederaufbau wurde der Trümmerhaufen ab dem 4. Januar 1993 Stein für Stein abgetragen und alle noch brauchbaren Trümmer vermessen, katalogisiert und eingelagert. Aus der Lage im Trümmerberg konnte mittels Computertechnik bei vielen Steinen der ursprüngliche Platz im Gemäuer ermittelt werden. Insgesamt wurden über 8.000 Stücke geborgen und davon 3.539 Stücke in die Außenfassade eingebaut.

Copyright©: Fotografin Susanne Hehnen und Stiftung Frauenkirche Dresden

Auch wenn die Ruine nun als Mahnmal nicht mehr existiert, die Spuren des Krieges werden noch lange Zeit sichtbar sein: An der Außenfassade wechseln sich neue, helle Steine und geschwärzte Originalsteine ab. Es wird Jahrzehnte dauern, bis diese sich angeglichen haben. Im Innenraum halten z.B. der zerschlagene Altartisch und das alte Turmkreuz die Erinnerung an die einstige Zerstörung wach.


Die evangelische Frauenkirche wurde am 30. Oktober 2005 zum Reformationsfest – vor dem ursprünglich angestrebten Termin und auch innerhalb des veranschlagten Kostenrahmens – geweiht. Seitdem gehört die Dresdner Frauenkirche wieder zum Dresdner Stadtbild und nimmt ihren altbekannten und unverkennbaren Platz in der weltberühmten Stadtsilhouette ein. Mit 91,24 m ist sie einer der höchsten Sakralbauten der Barockstadt.


Eine besondere Attraktion ist der Aufstieg zur Kuppel und Aussichtsplattform der Frauenkirche. Der Kuppelaufstieg beginnt am Eingang G. Von der Aussichtsplattform aus eröffnet sich dem Besucher ein einzigartiger Blick über Dresden und die Umgebung.

Es gibt viele Gründe, die Frauenkirche Dresden zu besuchen. Erfahren Sie mehr über Angebote zur Besichtigung während der Offenen Kirche, über die verschiedenen Führungen, die es gibt, über Gottesdienst- und Andachtszeiten und über die weit mehr als 100 Konzerte und kirchenmusikalischen Angebote, die es hier jährlich gibt.